Porträt- / Studiofotografie
Wie gelingt ein professionelles Porträt mit nur einer Lichtquelle? Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie ich dieses Studio-Shooting umsetze
Was ist Focus Stacking – und warum ich es verwende
Diese Frage höre ich oft. Die Antwort ist einfach: Focus Stacking. In diesem Blog erkläre ich dir, was Stacking ist, warum ich es einsetze und wie ich es in meinen Workflow integriere. Außerdem gebe ich dir Tipps und Fotovorschläge, mit denen du selbst loslegen kannst.
Focus Stacking – oder kurz: Stacking – ist eine Technik, bei der du mehrere Fotos mit leicht verschobenem Fokuspunkt aufnimmst. Diese Bilder werden später zu einem einzigen Bild kombiniert, das durchgehend scharf ist – vom Vordergrund bis zum Hintergrund.
Deine Kamera kann bei sehr kurzen Distanzen, wie in der Makrofotografie, schlichtweg nicht alles gleichzeitig scharf stellen. Durch Stacking umgehst du dieses Problem.

Ich nutze Stacking hauptsächlich in der Makro- und Naturfotografie, wenn ich möchte, dass jedes Detail – vom vordersten Blütenblatt bis zur hintersten Fühlerkante – scharf ist. Zum Beispiel bei:
Aber auch bei stillen Motiven im Studio – wie Produktaufnahmen oder sogar Detailporträts von Augen – ist Stacking äußerst nützlich.
💡 Tipp: Achte darauf, dass sich dein Motiv nicht bewegt. Wind ist der Feind eines sauberen Stacks.

Ich arbeite am liebsten mit meiner Canon EOS R5 in Kombination mit dem RF 100mm oder RF 35mm Makroobjektiv. Ich fokussiere manuell oder nutze die Fokus-Bracketing-Funktion der Kamera (falls vorhanden). Manuell ist mir lieber, da ich so selbst bestimmen kann, wie groß die Schärfeverschiebung ist.
Ein stabiles Stativ oder eine feste Unterlage ist unerlässlich. Selbst kleinste Erschütterungen können den Stack ruinieren.
Ich verschiebe den Fokuspunkt in kleinen Schritten, beginnend beim nächsten Punkt. Das funktioniert manuell oder mit einem Makroschlitten.
Je nach Motiv mache ich zwischen 5 und 30 Aufnahmen. Je geringer die Schärfentiefe, desto mehr Zwischenstufen sind nötig.
Wenn du im manuellen Modus (M) arbeitest, bleiben Belichtungszeit, Blende und ISO bei jeder Aufnahme gleich – ein Muss für gute Ergebnisse:
Ich verwende Adobe Bridge, um meine Fotos an Photoshop zu übergeben. Navigiere im Bridge-Fenster zum Ordner, wähle alle Aufnahmen deiner Serie und gehe dann zu: Werkzeuge → Photoshop → Dateien in Photoshop-Ebenen laden...

Die Bilder erscheinen als Ebenen in Photoshop. Wähle alle Ebenen aus und gehe zu: Bearbeiten → Ebenen automatisch ausrichten... und wähle „Automatisch“. Bei großen Serien dauert es einen Moment.

Danach müssen die Ebenen miteinander verschmolzen werden: Bearbeiten → Ebenen automatisch überblenden... und dann „Bilder stapeln“ wählen. Aktiviere zusätzlich Nahtlose Töne und Farben sowie Inhaltssensitives Füllen bei transparenten Bereichen.

Das Ergebnis: ein Bild, bei dem dein Motiv von vorne bis hinten gestochen scharf ist!

💡 Tipp: Achte bei Insekten auf kleinste Bewegungen – ein Flügelschlag reicht. Einfach abwarten oder neu starten.
Stelle Blende, Belichtungszeit und ISO manuell ein. Verwende ein stabiles Stativ.
Nun folgende 3 Einstellungen festlegen:
Stacking braucht ein wenig mehr Zeit – aber der Aufwand lohnt sich. Du erhältst gestochen scharfe, detailreiche Bilder, die mit nur einem Foto unmöglich wären.
Egal ob du eine Blume, einen Pilz oder ein Insekt fotografierst – Stacking verleiht deinen Bildern einen professionellen Look mit beeindruckender technischer Schärfe.
Mein Tipp: Probiere es einfach mal aus! Starte mit einem stillen Motiv im Innenraum und experimentiere mit Anzahl und Schärfepunkten. Du wirst überrascht sein, was möglich ist.
Hast du Fragen zum Stacking, zu meinem Workflow oder zur Nachbearbeitung? Schreib mir gerne – ich helfe dir weiter!
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