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Focus stacking
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Focus stacking

  • 31 Jul 2025
  • Lesezeit: 5 minuten
  • Autor: Mark Mooibroek
Focus stacking

Was ist Focus Stacking – und warum ich es verwende

Was ist Focus Stacking – und warum ich es verwende

“Wie bekommst du deine Makrofotos von vorne bis hinten so gestochen scharf?”

Diese Frage höre ich oft. Die Antwort ist einfach: Focus Stacking. In diesem Blog erkläre ich dir, was Stacking ist, warum ich es einsetze und wie ich es in meinen Workflow integriere. Außerdem gebe ich dir Tipps und Fotovorschläge, mit denen du selbst loslegen kannst.


Was ist Stacking eigentlich?

Focus Stacking – oder kurz: Stacking – ist eine Technik, bei der du mehrere Fotos mit leicht verschobenem Fokuspunkt aufnimmst. Diese Bilder werden später zu einem einzigen Bild kombiniert, das durchgehend scharf ist – vom Vordergrund bis zum Hintergrund.

Deine Kamera kann bei sehr kurzen Distanzen, wie in der Makrofotografie, schlichtweg nicht alles gleichzeitig scharf stellen. Durch Stacking umgehst du dieses Problem.

Links geen stack, rechts wel

Links geen stack, rechts wel

Wann verwende ich Stacking?

Ich nutze Stacking hauptsächlich in der Makro- und Naturfotografie, wenn ich möchte, dass jedes Detail – vom vordersten Blütenblatt bis zur hintersten Fühlerkante – scharf ist. Zum Beispiel bei:

  • Blumen in Nahaufnahme
  • Insekten oder Schmetterlingen
  • Strukturen wie Moos oder Pilzen

Aber auch bei stillen Motiven im Studio – wie Produktaufnahmen oder sogar Detailporträts von Augen – ist Stacking äußerst nützlich.

💡 Tipp: Achte darauf, dass sich dein Motiv nicht bewegt. Wind ist der Feind eines sauberen Stacks.

Wie erstellt man ein sauberes Stack?

Ich arbeite am liebsten mit meiner Canon EOS R5 in Kombination mit dem RF 100mm oder RF 35mm Makroobjektiv. Ich fokussiere manuell oder nutze die Fokus-Bracketing-Funktion der Kamera (falls vorhanden). Manuell ist mir lieber, da ich so selbst bestimmen kann, wie groß die Schärfeverschiebung ist.

1. Stativ oder feste Unterlage verwenden

Ein stabiles Stativ oder eine feste Unterlage ist unerlässlich. Selbst kleinste Erschütterungen können den Stack ruinieren.

2. Manuell fokussieren

Ich verschiebe den Fokuspunkt in kleinen Schritten, beginnend beim nächsten Punkt. Das funktioniert manuell oder mit einem Makroschlitten.

3. Mehrere Aufnahmen machen

Je nach Motiv mache ich zwischen 5 und 30 Aufnahmen. Je geringer die Schärfentiefe, desto mehr Zwischenstufen sind nötig.

4. Immer im M-Modus fotografieren

Wenn du im manuellen Modus (M) arbeitest, bleiben Belichtungszeit, Blende und ISO bei jeder Aufnahme gleich – ein Muss für gute Ergebnisse:

  • In Modi wie Av oder Tv kann sich die Belichtung ändern, was zu Farbabweichungen oder Flackern beim Zusammenfügen führt.
  • Gleichbleibende Einstellungen sorgen für nahtlose Übergänge zwischen den Fokusbereichen.
  • Du hast die volle Kontrolle über Licht und Tiefe – ideal bei präziser Arbeit wie Makrostacks.

5. In Software zusammenfügen

Ich verwende Adobe Bridge, um meine Fotos an Photoshop zu übergeben. Navigiere im Bridge-Fenster zum Ordner, wähle alle Aufnahmen deiner Serie und gehe dann zu: WerkzeugePhotoshopDateien in Photoshop-Ebenen laden...

Foto's laden in Adobe Bridge

Foto's laden in Adobe Bridge

Die Bilder erscheinen als Ebenen in Photoshop. Wähle alle Ebenen aus und gehe zu: BearbeitenEbenen automatisch ausrichten... und wähle „Automatisch“. Bei großen Serien dauert es einen Moment.

Lagen uitlijnen

Lagen uitlijnen

Danach müssen die Ebenen miteinander verschmolzen werden: BearbeitenEbenen automatisch überblenden... und dann „Bilder stapeln“ wählen. Aktiviere zusätzlich Nahtlose Töne und Farben sowie Inhaltssensitives Füllen bei transparenten Bereichen.

Lagen in elkaar overvloeien

Lagen in elkaar overvloeien

Das Ergebnis: ein Bild, bei dem dein Motiv von vorne bis hinten gestochen scharf ist!

Typische Stolperfallen beim Stacking

  • Bewegung – Wenn sich das Motiv bewegt (z. B. durch Wind), entstehen Geisterbilder oder Unschärfen.
  • Zu große Schritte – Wenn du Fokusschritte auslässt, bleiben unscharfe Zonen zwischen den Ebenen.
  • Bildrauschen – Mehr Bilder bedeuten unter Umständen auch mehr Rauschen. Mit Lightroom oder Topaz DeNoise kannst du das leicht entfernen.

💡 Tipp: Achte bei Insekten auf kleinste Bewegungen – ein Flügelschlag reicht. Einfach abwarten oder neu starten.

Focus Bracketing bei Canon Kameras (z. B. EOS R5):

1. In den M-Modus wechseln

Stelle Blende, Belichtungszeit und ISO manuell ein. Verwende ein stabiles Stativ.

2. Menü öffnen → rotes Kamera-Symbol („Aufnahme“-Tab)

  • Suche den Punkt: „Fokus-Bracketing“
  • Setze „Fokus-Bracketing“ auf „Ein“
  • Nun folgende 3 Einstellungen festlegen:

    • Anzahl der Aufnahmen
      → z. B. 30–100 (je nach Motivtiefe)
    • Fokus-Schrittweite
      → Beginne mit 4 oder 5 (je kleiner, desto präziser)
    • Bildzusammenführung (nur bei manchen Modellen)
      → Bei Kameras wie der R7: auf Aus stellen, wenn du in der Nachbearbeitung stapelst.
  • Auf das nächste Motivteil fokussieren (am besten per Live View oder Touchscreen)
  • Auslöser drücken – die Kamera nimmt automatisch die komplette Serie auf

Fazit – Ist Stacking etwas für dich?

Stacking braucht ein wenig mehr Zeit – aber der Aufwand lohnt sich. Du erhältst gestochen scharfe, detailreiche Bilder, die mit nur einem Foto unmöglich wären.

Egal ob du eine Blume, einen Pilz oder ein Insekt fotografierst – Stacking verleiht deinen Bildern einen professionellen Look mit beeindruckender technischer Schärfe.

Mein Tipp: Probiere es einfach mal aus! Starte mit einem stillen Motiv im Innenraum und experimentiere mit Anzahl und Schärfepunkten. Du wirst überrascht sein, was möglich ist.


Hast du Fragen zum Stacking, zu meinem Workflow oder zur Nachbearbeitung? Schreib mir gerne – ich helfe dir weiter!

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